Artikel im Teckboten zur Sommerschule 2017

Bild: Markus Brändli

Mathe, Deutsch, Englisch - mit mindestens einem der drei Grund-Hauptfächer hatte doch fast jeder in der Schule Probleme. Dass diese Schwierigkeiten nicht ausarten, haben dieses Jahr gleich 27 Kinder die Chance, bei der Sommerschule an der Raunerschule ihre Mängel in Lerneinheiten von je einer Stunde aufzuarbeiten.

Um 8.30 Uhr kommen die 12- bis 14-Jährigen, die die Werkrealschule, die Realschule oder eine Gemeinschaftsschule besuchen, und eine 18-jährige Afghanin an der Raunerschule in Kirchheim an und beginnen mit einem gemeinsamen Frühstück.

Eine dreiviertel Stunde später geht es los: In drei Gruppen von je neun Kindern fangen die einen an mit Mathe, die anderen mit Englisch und die dritten mit Deutsch. In einem rotierenden System geht es dann für die nächste Lerneinheit zur nächsten Lehrerin und nach einer kleine Pause - mit Snacks - geht es weiter zum dritten und letzten Fach für den Tag.

 „Wir fangen mit einem kleinen ABC-Spiel an. Reihum sagt jeder Schüler ein Wort. Das erste muss mit „A“ anfangen, dann mit „B“, dann kommt „C“ und so weiter.“, sagt Englischlehrerin Yasemin Alibayli. „Ich fange mal an. „A“ like apple.“ Darauf folgen car (Auto), knee (Knie), weekend (Wochenende) und young (jung).

Nachdem das „zebra“ im „zoo“ angekommen ist - glücklicherweise für die Kinder sind das dieselben Wörter wie im Deutschen - geht es weiter mit einer Vorstellungsrunde - natürlich auf Englisch.

Auch im Deutschunterricht wird fleißig gelernt. „Wir haben uns im Juli alle zusammengesetzt und Diagnosetests für die einzelnen Schüler gemacht“, sagt Elena Wolf, die das Fach Deutsch unterrichtet. „Aufgrund der Ergebnisse fangen wir jetzt mit Aufgaben zum allgemeinen Lese-Text-Verständnis an. Außerdem werden wir Texte schreiben und Gedichte interpretieren.“ Die Lehrerin, die eigentlich an der Teck-Realschule unterrichtet, ist schon seit dem Beginn der Sommerschule vor vier Jahren dabei. Allgemein unterrichtet sie seit fast zehn Jahren.

Die Mathelehrerin Corinna Geltz unterrichtet normalerweise an der Werkrealschule in Weilheim. „Wir Lehrer haben unterschiedliche Aufgaben für die Kinder vorbereitet. In Mathe beschäftigen wir uns hauptsächlich mit Bruchrechnen, Dezimalzahlen und schriftlichem Rechnen.“

Nach den drei Unterrichtseinheiten geht es in die Mittagspause. Montag, Mittwoch und Freitag gibt es Mittagessen an der Schule. Dienstag gehen alle auf die Alb zum Grillen. Anschließend werden zwei Gruppen gebildet: Eine Gruppe wird nass bei einer Bachüberquerung, die andere Gruppe wird nass beim Krabbeln durch die Gustav-Jakob-Höhle. Da es am Donnerstag in den Klettergarten nach Laichingen geht, bekommen die Teenager ein Lunchpaket mit auf den Weg. „Es gibt immer ein oder zwei Kinder, die Angst vor Höhen haben“, sagt Hauptverantwortlicher Andreas Forro. Er arbeitet beim Evangelischen Jugendwerk Kirchheim, dem Veranstalter der Sommerschule. „Die Kinder, die nicht klettern wollen, machen normalerweise coole Bilder.“ Um 16.30 Uhr geht es nach einer Abschlussrunde nach Hause.

Obwohl die Eltern bestimmt auch ihren Einfluss gehabt haben, sind viele der Schüler nach eigener Aussage freiwillig hier, wie etwa Nicolas: „Ich war schon letztes Jahr hier. Was soll ich die ganze Woche nur daheim rumsitzen?“ Anstatt also nichts zu tun, nutzen die Siebt- und Achtklässler, die ab Montag wieder regulär die Schulbank drücken müssen, ihre Zeit sinnvoll und verbringen schon vor dem Ferienende eine Woche in der Schule.

Bild: Markus Brändli